Dienstag, 7. Mai 2013

Vollstrecker der Königin – Der Baeldin-Mord von Angelika Diem



Verlag: Machandel Verlag
Preis: 4,90€
Seitenanzahl:117
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Inhalt: 
Mord ist niemals gut. Auch wenn es „nur“ eine Kammerzofe trifft. Die rein zufällig auf einem Schloss Dienst tut, auf dem sich eine politisch wichtige Heirat anbahnt.
Warum aber fühlt sich die Königin gefordert, einer bloßen Zofe wegen eine ihrer fähigsten Ermittlerinnen in die nördliche Provinz zu schicken?
Vollstreckerin Caitlynn stellt schnell fest, dass ihre Aufgabe alles andere als einfach ist. Unschuldige fühlen sich schuldig, viele Schlossbewohner haben ein Motiv und Caitlynns Magie stößt an ihre Grenzen. War die Zofe am Ende doch nicht so unwichtig?

Der erste Satz:
Das Mädchen fegte an den Boxen vorbei, dass ihre langen Zöpfe flogen. 

Details und meine Meinung: 
Dieses Buch der noch unbekannten Autorin Angelika Diem ist vor allem eins: kurz.
Im Vorspiel erfährt der Leser einen wichtigen, wahrscheinlich sogar gerade den wichtigsten Moment im Leben der Protagonistin Caitlynn. Dann beginnt die Geschichte mit einem eher düsteren, aber gelungenem Anfang der noch viele Fragen offen stehen lässt, aber so soll es ja auch sein.
Die nächsten Ereignisse folgen sehr rasch aufeinander, aber bei 100 Seiten ist das auch nicht anders möglich, wenn man eine interessante Handlung beibehalten möchte. Spannende Wendungen und Überraschungen sind durchaus vorhanden, allerdings bleiben diese nur kurz erhalten, da das nächste Geschehen direkt folgt und wenig Zeit für Überlegungen bleibt.
Dieser wenige Platz hat außerdem zu folge, dass Nebenhandlungen viel zu kurz kommen. Die Haupthandlung ist einwandfrei, ausgearbeitet und verstrickt, aber das Buch besteht leider fast nur aus diesem Hauptstrang.
Die wenigen Charaktere sind überschaubar und gut dargestellt, die Dialoge keineswegs langweilig.
Auch die Idee dieser Vollstrecker ist durchaus etwas vollkommen Neues und Unverbrauchtes und damit ein großes Plus für die Autorin.
Der rasche Aufbau der Geschichte macht das Buch zu einem kleinen Schmöcker für Zwischendurch, den ich als Leseratte mal eben durchlesen konnte. Gut geeignet, wenn man eigentlich wenig Zeit zum Lesen hat und dennoch nicht darauf verzichten will.
Die Autorin zeigt damit auf jeden Fall ihr Können und ich hoffe, dass sie weitere Bücher veröffentlicht, dann hoffentlich welche, bei denen man mehr Zeit bekommt, die Figuren und ihre Welt kennen und lieben zu lernen.

Fazit: 
3,5/5 Punkten. Ein gutes, kurzes Buch, das zwar Spannung beinhaltet, aber eben an vielen Stellen zu kurz kommt. Eine längere Fassung hätte wahrscheinlich alles, was man sich wünschen kann.

Wie würdest du das Buch in einem Satz beschreiben? 
Kurz und gut.

Weitere Infos und eine Leseprobe findet ihr hier: http://www.angelikadiem.at/fantasy/vollstrecker-der-k%C3%B6nigin/

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Autorin Angelika Diem, die mich auf ihr Buch aufmerksam gemacht hat und an den Machandel Verlag für den Vorabdruck! Ein Buch von Ihnen Frau Diem, werde ich immer wieder gerne lesen!

Montag, 22. April 2013

Rette mich von Becca Fitzpatrick


Verlag: Page&Turner
Preis: 16,99€
Seitenanzahl: 448 Seiten
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Inhalt: Aus Liebe hat er sie verlassen, aber ohne seine Liebe ist sie verloren.

Die letzten fünf Monate ihres Lebens sind wie ausgelöscht. Nora Grey kann sich an rein gar nichts mehr erinnern. Nicht einmal an ihre große Liebe Patch. Sie weiß nur, dass sie eines Abends auf dem Friedhof neben dem Grab ihres Vaters aufwachte, ohne zu wissen, wie sie dort hingekommen war. Ihre Mutter und ihre beste Freundin Vee scheinen mehr zu wissen, wollen jedoch nichts preisgeben. Und dann findet sie eines Morgens einen Zettel auf ihrem Bett, auf dem steht: »Nur, weil du zuhause bist, heißt das noch lange nicht, dass du dich sicher fühlen kannst.« Droht ihr jemand, oder soll es eine Warnung sein? Wer ist in ihr Zimmer eingedrungen? Und was ist in den letzten Monaten passiert? 

Der erste Satz: 
Auf dem Parkplatz, von dem aus man auf den Friedhof hinunterblicken konnte, kam der schnittige schwarze Audi langsam zum Stehen.

Mittwoch, 3. April 2013

Clockwork Princess von Cassandra Clare


Verlag: McElderry Books 
Preis: 15,70€
Seitenanzahl: 592
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Inhalt:

The invernal devices will never stop coming. 
Ein Netz aus Schatten verdichtet sich um die Schattenjäger des Londoner Instituts. Mortmain plant seine Armee von schonungslosen Automaten einzusezten um die Schattenjäger zu zerstören. Er braucht nur noch eine Sache, um diesen Plan zu vollenden: er braucht Tessa Gray.
Charlotte Branwell leitet das Londoner Institut und versucht verzweifelt, Mortmain zu finden. Aber als Mortmain Tessa entführt, tun die beiden Jungs, die Tessa am wichtigsten sind, alles um sie zu retten. Obwohl Tessa und Jem verlobt sind, liebt Will sie mehr als jemals zuvor.
Gefahr und Betrug, Geheimnisse und Zauberei, und die verworrenen Stränge der Liebe und des Verlust verflechten sich als die Schattenjäger am Rande der Zerstörung stehen in dem atemberaubenden Abschluss der „Infernal Devices Triologie“.

Der erste Satz:
„I’m afraid,“ said the little girl sitting on the bed. „Grandfather, can you stay with me?“
Details und meine Meinung:
Wie gewohnt hat dieses Buch einfach alles, was man sich von einer guten Geschichte wünscht: Spannung, Romantik, Witz.
Ich bin sowieso ein riesen Fan von Cassandra Clare und auch mit Clockwork Princess konnte sie mich überzeugen.
Ihr Schreibstil ist einfach fantastisch (original einfach NOCH besser als auf Deutsch) und sie schafft es, die Figuren wirklich zum Leben zu erwecken. Wie immer sind die Dialoge voller Charme und Witz, aber auch Tragik.
Die spannende Geschichte läuft auf ihr Finale zu, während alle Handlungen der beiden Vorgänger aufgegriffen und fortgesetzt werden. Sogar kann man an der ein oder anderen Stelle Bezüge zu der Mortal Instruments Reihe finden.
Ich kann nur sagen, das lange Warten hat sich einfach gelohnt! Einziges Problem: Es ist hiermit beendet. Und das merkt man einfach.
Das letzte Kapitel ist einfach nur gelungen und das sage ich, obwohl ich selten mit einem Ende zufrieden bin. Aber mit diesem kann man wirklich leben! Der Epilog allerdings ist so schrecklich traurig und dabei gleichzeitig schrecklich schön, dass ich mich nicht mehr zusammenreißen konnte und einfach laut geweint habe. So geweint, dass ich die Buchstaben nur noch verschwommen gesehen habe und doch konnte ich keine Pause machen.
Ja, die Invernal Devices sind zu ende und ich habe mitgefiebert, gelacht und sogar geweint. Was kann man von einem Buch noch verlangen als all das, was dieses Buch mitbringt?

Zitate: 
„I recall what you said to me once, that words have the power to change us. Your words hace changed me, Tess; they have made me a better man than I would have been otherwise. Life is a book, and there are a thousand pages I have not yet read. I would read them together qith you, as many as I can, before I die.“ 
„Dying a little faster for love. And there are worse things to die for.“ 
„But I believed there was. If I held a revolver to your head, James, and pulled the trigger, would it really matter if I did not know that there were no bullets in the chambers?“
 Fazit:
5/5 Punkten. Einer der gelungensten Abschlüsse einer Triologie, die ich kenne. Trotz tränenreichem Ende und dem ein oder anderen Schock zwischen den Seiten ein perfektes Buch von einer fähigen Autorin. Jetzt hoffen wir doch mal, dass der Film von City of Bones, der im August in die Kinos kommt, mit dem Schreibstil mithalten kann.

Wie würdest du das Buch in einem Satz beschreiben?

Ein weiterer Traum für alle Fans von Cassandra Clare und die, die es werden wollen.



Extra: Auf dem Buchumschlag sind die Stammbäume vier Schattenjägerfamilien abgebildet. Das hilft nachzuvollziehen, wie alle miteinander verknüpft sind.


Montag, 11. März 2013

Göttlich Verliebt von Josephine Angelini


Verlag: Dressler 
Preis: 19,95€ 
Seitenanzahl: 459 
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Inhalt: 
Ein zweiter Trojanischer Krieg steht unmittelbar bevor. Weil die Scions sich gegenseitig bekämpfen, liegt es allein an Helen, Lucas und Orion, neue Verbündete für ihr bislang größtes Gefecht zu finden. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Doch Helen kann deren Vertrauen zurückgewinnen und den unsterblichen Zeus in letzter Minute bezwingen. Aber was wird aus Helens ganz persönlichem Kampf um ihre Liebe zu Lucas?

Um zu verhindern, dass die sterbliche Welt in die Hände der 12 unsterblichen Götter fällt, brauchen Helen, Lucas und Orion neue Verbündete. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Wie kann Helen deren Vertrauen zurückgewinnen? Womit lassen sich die Götter besiegen? Und was wird aus ihrem Kampf um die Liebe zu Lucas? 

Zitate: 
Helen sah ihm ins Gesicht und erkannte, wieso er solche Freude daran hatte. Er war in ihren Kopf eingetaucht, als er ihre Welt betreten hatte Und sie war in seinem, als sie ihn endlich spielen hörte. Es war der Himmel.
Details und meine Meinung: 
Der letzte Band der Göttlich-Trilogie hat mich genau wie seine beiden Vorgänge vom Anfang bis zum Ende in den Bann gezogen. Das Leseerlebnis war so intensiv, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Eben eines dieser Bücher, das man verschlingt und nicht aus der Hand legen kann. 
Endlich lösen sich alle Rätsel auf und Stück für Stück fügen sich die dicht verwobenen Handlungsstränge zusammen, so dass man als Leser die beiden vorherigen Bücher aus einem neuen Blickwinkel betrachtet. Die Prophezeiungen werden erfüllt, Geheimnisse gelüftet und endlich dieses verstrickte Drama beendet, was wohl jeden Leser innerlich total fertig gemacht hat (ja, ich rede von der Entscheidung zwischen Lucas und Orion). 
Die Lösungen, sie die Autorin dem Leser bietet, sind alle durchaus akzeptabel und auch das Ende ein sehr schönes mit ein wenig Spielraum für die Fantasie des Lesers. 
Spannend war das Buch von der ersten bis zu letzten Seite, was vor allem auch an den teilweise dramatischen Wendungen lag. So wie es ein griechisches Drama eben so an sich hat. 
Die Figuren sind wie in Band 1 und 2 liebevoll charakterisiert, bis ins kleinste Detail ausgearbeitete und so wunderbar, dass man nicht anders kann als sie ins Herz zu schließen. 
Die griechische Mythologie wird umfassend erläutert und auch die Vorgeschichte ausreichend wiederholt, so dass sie kein bisschen langweilig wirkt, man sich jedoch schnell wieder an alles erinnert, was man vielleicht seit dem letzten Buch vergessen hatte. 
Wie das eben bei einer Trilogie so ist, sind am Ende Verluste zu verkraften, wobei der größte Verlust auf jeden Fall das Ende dieses Buches ist, denn die Autorin begeisterte mich nicht nur mit ihrer durchdachten Handlung, dramatischen Wendungen, herzzerreißenden Liebesgeständnissen und spannenden Kampfszenen, sondern auch mit ihrem tollen Schreibstil. 
Den einzigen Kritikpunkt den ich aufbringen kann, ist, dass ich mir noch mehr Lucas gewünscht hätte (wobei er schon sehr viele tolle Szenen gibt) und ich dass Gefühl hatte, dass die beiden anderen Bücher mehr Witz enthielten. Die Tränen standen mir in den Augen, ich war tief betroffen, aber das laute Auflachen hat mir gefehlt. 

Fazit: 
5/5 Punkten.Eine Fortsetzung, die sich sehen lassen kann! Viel Drama, viel Romantik und viel Spannung. Am Ende bleibt leider die Erkenntnis, dass es hiermit zu Ende geht. Da könnte man sich doch fast wünschen, dass man ein wenig langsamer gelesen hätte, um das Ende noch weiter hinauszuzögern. 

Wie würdest du das Buch in einem Satz beschreiben? 
Epische Fortsetzung, die begeistert und genauso gut ist wie die beiden Vorgänger.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Aus Licht gewoben von Alexandra Bracken

Verlag: Goldmann
Preis: 8,99€
Seitenanzahl: 348
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Inhalt:
Ein einziger Tropfen Regen verändert ihre ganze Welt ...

Die sechzehnjährige Sydelle kennt nichts als Trockenheit und Dürre, bis der lang ersehnte Regen kommt – und mit ihm Wayland North. Der mysteriöse Magier ahnt, welch große Gabe Sydelle in sich trägt. Und so wählt er sie als Gefährtin für eine geheime Mission, die die beiden durch viele Gefahren bis in die entlegene Hauptstadt des Königreichs führen soll. Denn nur, wenn Wayland seine inneren Dämonen besiegt und Sydelle ihre wahre Bestimmung erkennt, können die beiden ihrer Heimat neue Hoffnung schenken …

Zitate:
…während ich meine Liebe und alles, was ich sonst noch zu geben hatte, mit den letzten Fäden verwob.

Details und meine Meinung:
Ein Buch, das mich von der ersten bis zu letzten Seite gefesselt hat. Ich konnte es nie lange weglegen, habe Stunden lang gelesen und die Zeit ist nur so an mir vorbeigerauscht. Es kam sogar so weit, dass ich im Unterricht gelesen habe. Lange hat mich ein Buch nicht so begeistert, wie dieses.
Mit „Aus Licht gewoben“ hat Alexandra Bracken ein unglaublich tolles, spannendes und wunderschönes Buch geschaffen.
Die Geschichte um Sydelle und ihre Welt, in der es echte Magie gibt, ist etwas völlig neues. Die Autorin hat eine zauberhafte Welt geschaffen mit realistischen und liebenswerten und facettenreichen Charakteren, die ich alle sofort ins Herz geschlossen habe.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und als Leser hat man die Möglichkeit, alles irgendwie wirklich mitzuerleben.
Von vorne bis hinten ist jede Handlung gut durchdacht und bietet die eine oder andere Überraschung. So bleibt es die ganze Zeit über spannend. Ich habe das Buch einfach verschlungen!
Sydelle und North sind mir einfach ans Herz gewachsen, das einzige was ich ihnen gewünscht hätte, wäre ein noch schöneres Ende.
Der Schreibstil ist wunderbar, eigentlich ist alles an diesem Buch wunderbar. Ich weiß überhaupt nicht was ich noch dazu sagen soll, außer dass es mich einfach begeistert hat. Ich weiß nicht, wann mir das letzte Mal ein Buch SO gut gefallen hat.

Fazit:
5/5 Punkten. Eine Welt aus Liebe und Magie mit viel Spannung, einer Prise guten Humors und einer wunderbaren, durchdachten Geschichte. Alles, was man sich als Bücherliebhaber wünschen kann.

Wie würdest du das Buch in einem Satz beschreiben?

Das beste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe!

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Goldmann-Verlag für die überraschende Bereitstellung des Buches bedanken. Das Buch kam völlig unerwartete und ich konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Freitag, 18. Januar 2013

Kurzrezension: Pandemonium von Lauren Oliver


  
Verlag: Carlsen
Seiten: 349
Preis: 17,90€
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Inhalt:
Die angepasste Lena von früher gibt es nicht mehr. Die glaubte, was man ihr sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Dieses alte Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Sie muss ihn finden. Denn in ihrem Herzen lodert immer noch die Liebe.




Zitat: 
Aber ich sage nichts. Ich klettere die steilen, glatten Wände des Turms hinauf. Ich schließe mich fest hinter seinen Flügelfenstern ein; ich schichte Steine zwischen uns auf.
Meine Meinung:
Lauren Oliver ist für mich einfach eine göttliche Schriftstellerin. Mit ihren Worten erschafft sie unglaublich authentische Bilder im Kopf des Lesers, dazu kommt noch, dass ihre Geschichte von vorne bis hinten durchdacht ist und spannend. Sie begeistert mich einfach.
Die Geschichte von Lena und Julian ist durchzogen von Grausamkeiten, aber damit muss man in einer Dystopie als Leser einfach leben. Es gibt aber auch immer wieder schöne Momente.
Allerdings konnte Pandemonium mich nicht ganz so umhauen wie Delirium, ich war allerdings sehr kurz davor. Delirium hatte einfach noch eine Schippe drauf gelegt, dennoch ist dieses Buch mehr als empfehlenswert. 
Ganz schlimm ist allerdings das Ende, das kennt man aber auch von Delirium, wobei dieses Ende nicht mit einem schrecklichen Moment endet, sondern mit einem einzigen Wort. Ein Wort, dass Lena, und mir, den Boden unter den Füßen wegreißt.

Fazit: Volle Punktzahl

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Memento von Julianna Baggott

Verlag: Baumhaus
Preis: 16,99€
Seitenanzahl: 464 Seiten
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Inhalt:
Eine amerikanische Stadt, neun Jahre, nachdem die Bomben fielen. Majestätisch thront die Kuppel des Kapitols über den Trümmern - in ihr leben die Reinen, die Makellosen. Sie wurden auserwählt, eine neue, bessere Menschheit zu begründen. Unten in der Stadt kämpfen alle Übrigen ums Überleben. Auch die 16-jährige Pressia hat es schwer, sich und ihren Großvater durchzubringen. Und dann soll sie auch noch eingezogen werden, um für das grausame Militärregime zu arbeiten, das Angst und Schrecken in der Stadt verbreitet. Als sie den Verschwörungstheoretiker Bradwell kennenlernt, scheint das zunächst ihre Rettung zu sein. Er kennt den Untergrund und hilft ihr, unterzutauchen. Doch dann wird sie erwischt ... 

Zitate:

„Hör mal.“ Er hökt die Glocke an ihr Ohr.
Sie hört ein gedämpftes Rauschen – das Meer? „Ist das das Meer? Klingt es so?“
„Nein, eigentlich nicht“, sagt Bradwell. „Das Geräusch der Meeres passt nicht in eine kleine Glocke.“
Das Cover zeigt einen blauen Schmetterling, der über einer Kuppel fliegt. Was in der Kuppel ist, weiß man nur, wenn man das Buch gelesen hat. Aber der Schmetterling sieht nach Hoffnung aus. Ein Farbfleck auf dem sonst dunklen Bild. Dreht man den Umschlag jedoch herum, liegt der Schmetterling tot auf der Kuppel. Man kann erkennen, dass es gar kein wirklicher Schmetterling war sondern eine kleine Maschine. Der Hoffnungsschimmer zerstört durch die große Kuppel, die eigentlich wie ein wachsames Auge voller Gnade beobachten sollte. 
Zerstört die Kuppel, die das Kapitol darstellt, wirklich alle Hoffnung oder bleibt am Ende ein winziges bisschen in den liebgewonnenen Charakteren zurück? 

Pressias Hand ist mit ihrer Puppe verwachsen, statt einer Faust ist der Kopf der Puppe am Ende ihres Arms. Aber das ist noch nichts. Andere, die die Bomben überlebt haben, die Unglückseeligen, wie sie genannt werden, sind verschmolzen mit größeren Gegenständen wie Fensterrahmen, oder Vögel im Rücken, oder sie sind mit ihren Kindern verschmolzen. Für immer aneinandergekettet. Und dann gibt es da noch die Gefährlichen, die mit der Asche verschmolzen sind und dich unter die Erde ziehen und dann fressen. 
Asche und Staub. Durch das ganze Buch ziehen sich die Asche und der Staub, zusammen mit der Grausamkeit und Brutalität, die so oft geschildert wird. Oft so brutal und ekelhaft, dass man innehalten und schlucken muss, bevor man weiterlesen kann. 
Aber eines haben alle Unglückseeligen: Ihre Narben. Ihre Geschichten. Ihre Erinnerungen an das Davor. 
In diese schreckliche Welt flüchtet sich Padridge, der aus einer vollkommenen, aber noch viel schrecklicheren Welt kommt: Dem Kapitol. Denn eingeschlossen in eine Kuppel haben einige Auserwählte überlebt. Die Reinen. 
Ein Reiner flieht in eine Welt voller Asche und Staub und trägt ebenso seine Geschichten und Erinnerungen mit sich. Zusammen mit Pressia und dem Mann mit den Vögeln im Rücken: Bradwell, sind sie auf einer schwierigen Mission, die immer komplizierter wird. Jeder Schritt macht sie zu jemand anderem. Pressia, die am Anfang ein verletzliches, 16 Jähriges Mädchen war, wird zum Offizier. Und noch viel schlimmere Dinge geschehen ihnen. 
Wirklich glaubwürdig sind die Beziehungen der Charaktere, denn sie entstehen nicht mit einem Fingerschnippen, sonder wachsen und gedeihen, entwickeln sich. Das zeigt aber auch, dass es keine Geschichte ist, die von Liebe handelt. Das es Liebe in einer so grauenhaften Welt gibt, dass die Autorin diese schafft, ist ein Kunstwerk. 
Immer wieder geht es in dem Buch um Verluste, aber es gibt auch ein paar gute Wendungen innerhalb der Geschichte. Verwoben in die tief traurige Geschichte sind Momente, die einen lächeln lassen. 
Einzig und allein ist die Vorstellung einer so schrecklichen Welt wie die Autorin sie beschreibt und in dem Kopf des Lesers durch lebhafte Beschreibungen erweckt. 
Der Schreibstil ist oft sehr einfach, aber voll von eben diesen Beschreibungen. An manchen Stellen wirkt er abgehackt, das bessert sich aber mit dem Fortschreiten der Geschichte. 
Jedes Kapitel bietet eine andere Perspektive auf die Geschehnisse. Dadurch erhält man Einblicke in alle Protagonisten und in verschiedene Orte. Das ist wichtig da die Handlungsstränge verzwickt und verknüpft sind bis sie allmählich zusammenlaufen. 
Aber auch wenn das Buch grausam ist, zeigt es, dass es selbst in einer Welt aus Asche, Staub, Trauer und Verlust auch noch Schönheit gibt. Das es Gründe gibt, die es wert sind, weiterzukämpfen und auf eine bessere Zukunft zu hoffen. 
Dieses Buch hat von Anfang an gezeigt, dass es kein glückliches Ende bieten kann, dafür gibt es zu viele Grausamkeiten. Aber das Ende, das die Autorin geschaffen hat, ist das beste, was man sich erhoffen kann. Es ist traurig-schön und bietet wirklich Hoffnung. 


Details und meine Meinung: 

Dieses Buch, ich muss mich einfach wiederholen, ist grausam. Es ist keine gute Nacht Geschichte, nicht zur Unterhaltung gut. Es gibt wirklich viele Verluste und man fühlt mit. Wenn jemand stirbt genauso wie wenn jemandem der kleine Finger abgeschnitten wird. Das kann etwas Positives sein, es kann aber auch dazu führen, dass Buch aus der Hand zu legen. 


Fazit: 
3/5 Punkten. Eine Dystopie, die sich auch wirklich so nennen darf. Bis zum Schluss.